Prozess Management, Data Science, Automatisierung und KI

Digitalstrategie: Bloß nicht die Konkurrenz kopieren!

Wie entwickeln Sie Ihre eigene Digitalstrategie und setzen diese um? Ein Vortrag hat mich auf der Internationalen Konferenz der Strategic Management Society 2021 besonders inspiriert: Eine Untersuchung zur Verknüpfung zwischen dem Adaptionsgrad digitaler Technologien und der digitalen Mentalität, also dem Bewusstsein der Manager und Mitarbeiter gegenüber den Veränderungen durch die Digitalisierung [Miná, 2021]. Die hoch-aktuelle Studie gibt hilfreiche Einsichten, wie sich Unternehmen und Manager erfolgreich positionieren. Die aus meiner Sicht wichtigsten Punkte möchte ich hier festhalten und diskutieren.

Die Digitalmatrix zwischen Technologie und Mentalität (eigene Darstellung nach [Miná, 2021]).

Um die Veränderungen durch die Digitalisierung für das eigene Unternehmen einschätzen zu können, braucht es ein Verständnis von den wichtigsten Faktoren. Die Autoren des Vortrags untersuchen dabei zwei Dimensionen: Zum einen den Grad der Adaption digitaler Technologien wie Künstliche Intelligenz, IoT-Anwendungen oder Cloud-Systeme, also die technische Ebene der Digitalisierung. Zum anderen die Verbreitung einer digitalen Mentalität im Unternehmen, also dem Bewusstsein und der Bereitschaft, die Veränderungen durch die Digitalisierung wahrzunehmen und anzugehen. Daraus ergeben sich vier Quadranten (siehe Abbildung oben):

  1. Digital lethargische Firmen
  2. Firmen digitaler Zufallsbewegung
  3. Digital bewusste Firmen
  4. Digitale Stars

Wie wichtig eine digitale Mentalität für den erfolgreichen Einsatz von digitalen Technologien ist, zeigen zwei Beispiele aus der Filmverleih-Branche:
Während Blockbuster ohne digitale Überzeugung erfolglos versuchte, mit digitalen Technologien das eigene Geschäftsmodell zu retten, hat es Netflix aus einem ähnlichen Adaptionsgrad digitaler Technologie geschafft, sich neu zu erfinden und auf eine völlig neue Weise Wert zu schaffen. Dabei spielte die vorhandene digitale Mentalität eine entscheidende Rolle, um den Veränderungsprozess zu bewältigen.

Das gleiche Muster erlebe ich praktisch täglich in den mittelständischen Unternehmen hier in Deutschland und Europa. Dort, wo digitale Kompetenzen systematisch im Unternehmen aufgebaut werden und die Unternehmenskultur ein ständiges Hinterfragen des Status-quo erlaubt, sind digitale Technologien erfolgreicher umzusetzen. Eine etablierte digitale Mentalität ist dabei ein Sprungbrett für erfolgreiche Digitalisierung.

Die zweite wichtige Einsicht liegt darin, dass jedes Unternehmen seine eigenen Digitalstrategie entwickeln muss. Beispiele für Anwendungsfälle der verschiedenen Technologien gibt inzwischen viele, allerdings werden dabei oft die spezifischen Anforderungen und der konkrete Nutzen für das Unternehmen außen vorgelassen. Daher ist es aus meiner Erfahrung auch nicht ratsam, die Digitalstrategie der Konkurrenz zu kopieren.

Die Besonderheiten des eigenen Unternehmens, von der Organisationsstruktur über Schlüsselressourcen bis zum Marktzugang, sind entscheidend für eine nachhaltige Digitalstrategie. Um diese zu erstellen und umzusetzen brauchen Sie die richtigen digitalen Kompetenzen.

Sie haben Fragen, Ideen oder eigene Herausforderungen mit der Digitalisierung? Dann nehmen Sie Kontakt zu mir auf.

Literatur:

[Miná, 2021] A. Minà; A. Costa; G.B. Dagnino (2021). The Strategic Interplay of Digital Technologies Adoption and Digital Mindset: An Interpretative Framework. Paper presented at the 41st Strategic Management Society International Conference, Virtual Toronto, September 18-21.

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